Was dürfen wir denn mit den Daten unserer Mitglieder machen?

Ganz einfach: nur das, wozu sie auch zur Verfügung gestellt wurden.

Wenn ich meinem Verein meine Kontaktdaten (Name, Anschrift, Telefonnummer, E-Mail-Adresse) zum Beispiel in meiner Beitrittserklärung mitteile, dann dienen diese Angaben dazu, mich als Mitglied zu verwalten und mir die Teilnahme am Vereinsleben zu ermöglichen. Mit diesen Kontaktdaten kann ich also zur Mitgliederversammlung eingeladen werden, oder ich bekomme (falls ich das möchte) den Newsletter des Vereins. Es ist auch kein Problem, wenn ich Mitglied einer Mannschaft bin und mein Mannschaftsführer meine Kontaktdaten bekommt, damit er mit mir als Mitglied der Vereinsmannschaft Kontakt aufnehmen kann.

Wenn aber zum Beispiel ein Turnier stattfindet, das von einem Sponsor unterstützt wird, dann darf der Verein gerne den Namen des gemeldeten Teilnehmers in eine öffentliche Liste eintragen. Häufig wollen Sponsoren aber auch Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse haben. Das ist dann bitte der eigenen Entscheidung des Turnierteilnehmers zu überlassen. Bloß weil ich in den Unterlagen meines Vereins die kompletten Kontaktdaten habe, darf ich diese einfach so herausgeben.

Wie oft werden wir zuhause von irgendwelchen Firmen angerufen, die Befragungen durchführen oder einen tollen Gewinn für mich bereithalten oder mir gerne mal ein bestimmtes Produkt vorführen möchten. Und immer fragen wir uns: woher haben die eigentlich meine Telefonnummer? Daher werde ich auch nicht wollen, dass mein Verein meine Kontaktdaten an jemanden weitergibt, der mir anschließend irgendwas verkaufen will.

Wenn also ein Sponsor Kontaktdaten haben möchte, dann muss er sie selbst erheben und bei dieser Erhebung auch deutlich sagen, was er damit vorhat. Und jeder Teilnehmer einer gesponsorten Veranstaltung kann selbst entscheiden, in welchem Umfang er Daten nennen möchte.

Wenn ich als Verein eine Aktion zur Mitgliederwerbung mache – irgendein Spaßturnier oder einen Tag der offenen Tür – dann möchte ich ja auch Kontaktdaten haben, um daraus neue Mitglieder generieren zu können. Teilnehmer des Spaßturniers, die sich namentlich bei meinem Verein registriert haben, möchte ich gerne anschließend anrufen oder per E-Mail fragen, wie es ihnen gefallen hat und ob sie sich vorstellen könnten, mal an einem Probetraining teilzunehmen oder ob wir sie zu einer ähnlichen Veranstaltung unter Nutzung der Kontaktdaten wieder einladen dürfen.

Kann ich ja machen. Aber ich muss es vorher deutlich sagen. Ich kann mir nicht Daten „erschleichen“ und diese anschließend zu meinem eigenen oder dem Vorteil meines Vereins verwenden, indem ich die Adressen der Meldeliste eines Turniers anschließend nutze, um Mitgliederwerbung zu betreiben. Mitgliederwerbung ist doch nichts Verwerfliches. Also bitte ich die Teilnehmer der „Werbeveranstaltung“ darum, zu genehmigen, dass wir sie anschließend kontaktieren dürfen. Dann kann jeder Teilnehmer frei entscheiden, ob er/sie das will oder nicht.

Es genügt übrigens nicht, darauf hinzuweisen, dass man einer weiteren Datennutzung widersprechen muss und dass, wer nicht widerspricht, automatisch zugestimmt hat. Es muss schon eine deutliche Einwilligung gegeben werden. Und es muss jederzeit möglich sein, diese Einwilligung auch wieder zurückzunehmen.

 

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